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  • »xwolf« ist männlich
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1

Mittwoch, 9. November 2011, 09:03

Ketten hinten und Haldex

Vorab: ich habe mich für 205er entschieden, der Kettenmontagemöglichkeit vorne wegen. Also keine Diskussion darüber.

Meine Frage an alle Technikfreaks:
Es ist ja erlaubt auf den 225/17 ern hinten Ketten zu montieren. Und es wird von vielen als Alternative akzeptiert.
Wie reagiert die Haldexkupplung in diesem Fall?

Hatte vorher einen Nissan Xtrail. Dort schaltete auch die Hinterachse automatisch zu, sobald vorne Schlupf war. Dies funktionierte auch perfekt, lies man es im Winter aber mal etwas krachen :D war nachher aber deutlicher Kupplungsgeruch bemerkbar, bzw die Kupplung wurde sehr heiss. Bei einigen war sogar die zeitweise Abschaltung des Allradantriebes die Folge (laut ensprechenden Forum)

Nun stelll ich mir vor ich fahre eine verschneite Bergstraße hoch, die Vorderräder sind dann dauernd am durchdrehen und die Haldex die kettenbestückten Hinterräder schaltet zu.
Was passiert da? :?:

@Admin: ich hätte die Frage auch im Kettenfred gestellt, der ist aber zu ;)
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Leo

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2

Mittwoch, 9. November 2011, 09:39

mühsam ergoogelt:

Hallo,

ich habe gestern nochmal ausgiebig in Schnekettenratgebern und zum Thema Haldex + Ketten rumgelesen. Per Saldo kommt man zu dem Ergebenis: Auch bei 4WD Haldex ist es sinvoll(er) die Ketten vorne drauf zu fahren! Zwei genannte, plausible Gründe sind:

1) Die Kraftübertragung geschieht - solange noch Grip da ist (fast) vollständig auf die Vorderräder - also würden die Ketten den Vortrieb erst unterstützen wenn die Vorderräder nicht mehr greifen.

2) Die Bremswirkung der Fahr-/Fußbremse erfolgt primär auf die Vorderräder - also würden die Ketten weniger verzögern helfen wenn sie hinten drauf sind und das Fahrzeug eher destabilisieren - das ESP würde aber eingreifen.

Dadurch habe ich mich bestätigt gesehen: Wer sich (auch mit dem 4WD) die Option Schneeketten vorn offen halten will, müsste sich doch auf die von Skoda zugelassene Reifengröße 205er auf 16" beschränken.

;) Dass ich schadlos vorn 9 mm - Brenta - Ketten auf 215/60 16" gefahren habe erstzt keine Freigabe durch Skoda oder TÜV !!! :whistling:

Guten Rutsch

Leo

BernhardJ

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3

Mittwoch, 9. November 2011, 11:38

1) Die Kraftübertragung geschieht - solange noch Grip da ist (fast) vollständig auf die Vorderräder - also würden die Ketten den Vortrieb erst unterstützen wenn die Vorderräder nicht mehr greifen.


Das ist für den Yeti und seine Haldex IV nicht ganz richtig. Die Haldex überträgt schon wesentlich früher Kraft auf die Hinterräder, nicht erst wenn Räder durchdrehen oder Schlupf haben. Beispielsweise wird bereits Druck aufgebaut auf normaler trockener Fahrbahn schon bei jedem Beschleunigen oder in Kurven.

Zitat (Quelle: Haldex, Ford):

"Generation 4 verfügt über eine elektrische Ölpumpe mit Druckspeicher und kann zur
Steigerung der Fahrdynamik eingesetzt werden, um z. B. auch ohne Radschlupf das Fahrzeug
zu stabilisieren, bevor unerwünschte Fahrsituationen eintreten. Funktionen wie eine
Sperrung der Haldex-Kupplung im Fahrzeugstand zur Unterstützung der Traktion bei der
Startbeschleunigung sind mit der vierten Generation möglich."

Grüße - Bernhard
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Mittwoch, 9. November 2011, 12:17

@ Bernhard

Na schön, dann bin ich halt bezüglich Argument 1) von der Zeit (Entwicklung) überholt. Allerdings schrieb ich ( fast ) ........... und damit lägen wir zu (stimmt nicht ganz ) gar nicht mehr so weit auseinander.

Ob allerdings Ford oder VW die zutreffendere Infoquelle ist, darüber werde ich weiter nachdenken/googeln.

M.f.G.

Leo

BernhardJ

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5

Mittwoch, 9. November 2011, 12:29

Das brauchst Du nicht zu suchen. Das wurde bereits hier im Forum ausprobiert und von Bergler sogar dokumenteiert:

[ Fahrwerk ] (Dieser Begriff wurde für Gäste und nicht aktivierte Benutzer ausgeblendet. Um ihn doch lesen zu können solltest Du dich registrieren!)

Grüße - Bernhard
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6

Mittwoch, 9. November 2011, 12:39

Ich hab zu dem Thema mal das Drehmoment an der Haldexkupplung gemessen und aufgezeichnet und ein Print Scren gemacht
index.php?page=Attachment&attachmentID=4212
Das war auf einer steilen Schotterstrasse bergauf, da hat die Haldex kurz nach dem anfahren 1936Nm Drehmoment übertragen, der Druck an der Kupplung war dabei auf 28bar Die Temperatur der Haldex war auf 40°.

In einem Test war mal die Rede dass die Haldex bis zu 90% der Kraft auf die Hinterachse übertragen kann, wie lange und ob sie irgendwann überhitzt weiss ich nicht, stelle mir aber vor dass es da schon einiges braucht.

Habe jetzt gerade gesehen dass Bernhard bereits einen Link zur letzten Disskusion um dieses Thema eingefügt hat.

Gruss Bergler
Skoda Yeti 2.0 TDI 170Ps Experience Storm Blau Metalic
Bei mir wird der Yeti Artgerecht :thumbup: gehalten und hat genug Auslauf im Gebirge :D

Es hat sich bereits 1 registrierter Benutzer bedankt.

Benutzer, die sich für diesen Beitrag bedankt haben:

BernhardJ (09.11.2011)

BernhardJ

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7

Mittwoch, 9. November 2011, 13:00

Noch zu der Belastbarkeit der Haldex: Ich errinere mich irgendwo gelesen zu haben (Quelle finde ich gerade nicht), dass die Haldex IV im Yeti eine Ölbad-Lamellenkupplung ist, welche doch ziemlich robust arbeitet im vergleich zu den Trockenkupplungen.

Was für eine im XTrail verbaut wurde, weiß ich nicht, aber eine "Geruchsentwicklung" würde eher auf eine Trockenkupplung hindeuten.

Grüße - Bernhard
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8

Mittwoch, 9. November 2011, 13:53

Bergler, ich weiß nicht ob ich richtig in Deinem Diagramm die Momentanwerte links interpretiere. Ist mit "Motormoment"=21,8 % der Anteil des maximal verfügbaren Motordrehmoments gemeint?

Wenn das so sein sollte, dann könnte man kurz rechnen: 350 Nm x 21,8 % = 76,3 Nm momentaner Motordrehmoment.

War dabei der momentane Haldex-Drehmoment 1.936 Nm, dann beträgt die Übersetzung zur Haldex (bzw. an der Kardanwelle) 1936/76,3 = 25,4

Das würde bedeuten, dass bei 350 Nm am Motor an der Kardanwelle 8.881 Nm theoretisch anliegen würden, wenn 100 % des Drehmoments nach hinten auf die Kardanwelle/Haldex geleitet würde.

Da die Haldex aber nach Angaben aus dem Netz maximal 3.200 Nm übertragen kann, so könnte/dürfte sie ja bei unserem Motor (170 PS TDI, 350 Nm) lediglich 36 % der Kraft auf die Hinterachse übertragen - wohlgemerkt bei maximalem Drehmoment des Motors!

Bei kleineren Motoren und/oder mit kleinerem Drehmoment dürfte das Verhältnis entsprechend günstiger ausfallen, wenn man die 3.200 Nm der Haldex voll ausnutzt. Dabei spielen natürlich die Übersetzungen der eventuell verschiedenen Getriebe noch dazwischen.

Alles natürlich ohne Gewähr - in der Hoffnung, dass ich da keinen groben Denkfehler eingebaut oder die Daten falsch interpretiert habe.

Da sind die Maschinenbauer und Mechatroniker unter uns gefragt.

Grüße - Bernhard
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Mittwoch, 9. November 2011, 13:57

Na das sind schon mal interessante Argumente und Gedanken.
Das mir Drehmonent nach hinten beim Anfahren und Beschleunigen konnte mein Xtrail auch schon, und das praktisch vor 10 Jahren schon. War dort einfacher "demonstrierbar", da man auf nur 2WD umstellen konnte! Danbk fehlendem ESP konnte man den iXi auf Schneestraßen sogar zum Drift überreden. Aber nur mit viiiel gas, da die Vorderräder durchdrehen mussten :D
Zugegebenrmaßen ahb ich aber auf den Xtrail in 9 Jahren nich einmal die Ketten montiert!

Zurück zum Yeti: ihr glaubt also es tut der Haldex nichts, wenn man den ganzen Weg (schneebedeckt logischerweise) zur Arbeit mit Ketten hinten fährt. Mal dahingestellt inwiefern Ketten hinten fahrtechnisch sinvoll sind (Untersteuern usw).
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Mittwoch, 9. November 2011, 14:08

ihr glaubt also es tut der Haldex nichts, wenn man den ganzen Weg (schneebedeckt logischerweise) zur Arbeit mit Ketten hinten fährt


Kommt auf den Weg (zur Arbeit) an :rolleyes:
30 km mit durchgehend 25 % Steigung und immer maximalem Drehmoment... :whistling:

Ja, ich glaube, dass die Haldex es gut mitmachen kann.

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Mittwoch, 9. November 2011, 14:13

Quintessenz?

Gehe ich recht in der Annahme, dass die Ausgangsfrage weniger auf technischen Tiefgang als auf praktische Nutzanwendung ausgerichtet war?

Vielleicht so:

Nimmt die Haldex Schaden wenn man über eine längere Strecke hinten Ketten drauf hat?

Ist es fahrphysikalisch vorteilhaft oder nachteilig beim 4WD die Ketten hinten statt vorn aufzuziehen?

Gute Fahrt

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Mittwoch, 9. November 2011, 14:25

Die erste Frage mit dem Schaden schliest den technischen Tiefgang ja nicht aus, bzw kann man ohne den gar nicht beantworten glaube ich. Ist sicher für jeden hier interessant zu wissen wie die Haldex genau funktioniert.
Zum zweiten bin ich überzeugt, dass es fahrphysikalisch dezent gesagt "nachteilig" ist. ;-) Deshalb auch meine Wahl. Ich war von der Aussage mit den Ketten hinten in der BA auch etwas überrascht. Aber das ist ja nicht dasThema.

Ich denk mir eben, dass eine Fahrt von auch nur 15km auf verschneiter Bergstraße für den Allradantrieb etwas anderes ist als wenn man ihn nur benötigt mal eine kurze Passage zu überwinden oder aus einem Schlammloch zu fahren. Addiert man dann aber noch die Belastung mit den Ketten hinten dazu...hmmm
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Mittwoch, 9. November 2011, 14:28

@Leo:

Es ist "technisch zulässig" deswegen kann man es auch technisch analysieren, da sehe ich erstmal keinen Wiederspruch zur Praxis.

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Mittwoch, 9. November 2011, 14:36

@ xwolf:

Fahrtechnisch sehe ich für einen geübten Allrad-Fahrer keine gravierenden Nachteile Ketten nur hinten zu montieren wenn vorn zudem der Witterung angepaßte gute Reifen drauf sind. Ich habe bei allen meinen Allrädlern (Alrad mechanisch zuschaltbar sowie Permanent mit Viskosekupplung) Ketten immer auf der Hinterachse gefahren und bin damit mit langsamer (mit Ketten eh klar) und vorsichtiger Fahrweise immer gut angekommen.

Grüße - Bernhard
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Mittwoch, 9. November 2011, 17:46

;) Hallo Bernhard,

die Aussage ist so präzise, dass es mir vorkommt wie die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Katholen oder Prostestanten, obwohl es ja auch noch Orthodoxe u. a. gibt. Man wird keinen bekehren können - obwohl es ja auch manchmal Konvertiten geben soll?

Wer nicht auf den kleinen 205er 16" Rädern unterwegssein will, wird - wenn es denn wirklich einmal nötig sein sollte - eben hinten Ketten auf seinen 4WD aufziehen. - Und auch damit ankommen!

Gute Fahrt

Leo