Also kurz nochmal meine Contra:
1)Bei einer Auslösung bei 120 Grad dürften Fehlauslösungen häufig sein. Vor allem im Sommer, Stau, Stop&Go...
Um den Turbolader herrschen Temperaturen um die 150 Grad!
2)Der Schlauch steht unter Druck (18 Bar), bedeutet hohe Verletzungsgefahr
bei mechanischer Beschädigung des Schlauches, Abnutzung oder wie oben
erwähnt, wenn der Schlauch durch Wärme zu weich wird. Zusätzliche Gefahr
für Retter bei verunfallten Fahrzeugen.
3)Nach einem Auffahrunfall dürfte der Schlauch in den meisten Fällen zerstört werden, bevor ein Brand überhaupt entstehen kann.
-Der Schlauch deckt nicht die üblichen Gefahrherde bei einem
Fahrzeugbrand ab. Es dürfte nahezu nie zu einem Brand genau unter der
Motorhaupe kommen, wie im Video vom Hersteller glaubend gemacht wird.
Das Löschmittel wird in den allermeisten Fällen den Brandherd erst gar
nicht erreichen können, schon gar nicht, bei der geringen Füllmenge.
Auslaufender Kraftstoff unter dem Fahrzeug ist unerreichbar.
Fahrzeugbrände
entstehen häufig durch unfachmännische Eingriffe in die
Fahrzeugelektronik (HIFI-Bastler,etc.), diese dürften eher nicht im
Motorraum, sondern im Fahrzeuginnern vorgenommen werden.
-Soviel zur Unbedenklichkeit von 1,1,1,3,3,3-Hexafluoropropane:
R-Sätze Betriebsanweisung:
R20/22:Gesundheitsschädlich beim Einatmen und Verschlucken.
R34:Verursacht Verätzungen.
S-Sätze Betriebsanweisung:
S26:Bei Berührung mit den Augen sofort gründlich mit Wasser abspülen und Arzt konsultieren.
S36/37/39:Bei der Arbeit geeignete Schutzkleidung,Schutzhandschuhe und Schutzbrille/Gesichtsschutz tragen.
S45:Bei Unfall oder Unwohlsein sofort Arzt zuziehen (wenn möglich, dieses Etikett vorzeigen).
S27:Beschmutzte, getränkte Kleidung sofort ausziehen.
Vollständiges
Datenblatt auf Englisch kann hier eingesehen werden:
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So, und nun noch etwas zum Hersteller:
1)Das Löschmittel wird auf der Herstellerseite ausschließlich als
FE-36 bezeichnet. Das erschwert, meiner Meinung nach, die
Nachforschungen des Laien erheblich. Der richtige Name für den Stoff
ist: 1,1,1,3,3,3-Hexafluoropropane.
2)Der Hersteller wirbt auf seiner Seite mit unseriösen Aussagen für sein Produkt:
Zitat: "Zahlt meine Versicherung auch die Feuerwehr?
Die Feuerwehr kommt in der Regel mit drei kompletten Löschfahrzeugen. Hierfür gibt es eine gesetzliche Grundlage.
[list=][/list][list=][/list]- Die Feuerwehr kommt so schnell sie kann. Trotzdem können hier durch
die Anfahrt besonders bei Fahrzeugbränden mit eingeklemmten (z.B.
verletzten oder bewusstlosen) Personen wertvolle Minuten verstreichen. - Die Kosten der Feuerwehr werden in der Regel nicht von der Versicherung übernommen.
- Dem Fahrzeughalter entstehen bei einem Brand ca. 600-800,- Euro Kosten."Diese
gesetzliche Regelung ist mir fremd! Welche drei Fahrzeuge sollen das
sein? Die Kosten werden in der Regel von der Versicherung übernommen!
Die Kosten für den Einsatz werden von der jeweiligen Gemeinde per
Satzung festgelegt, auch für welche Hilfeleistungen überhaupt etwas in
Rechnung gestellt wird. Pauschal zu sagen, dass die Feuerwehr Geld
verlangt und wieviel stimmt nicht!
Zitat: "Was hilft ein gängiger Feuerlöscher an Bord?
Gängige Feuerlöscher können unter folgenden Voraussetzungen sehr gut helfen:
[list=][/list][list=][/list]- Man weiß, wo der Feuerlöscher ist,
- man ist nicht selber eingeklemmt,
- man hat den Feuerlöscher griffbereit und nicht im Kofferraum
- der Feuerlöscher ist nicht unter Gepäck versteckt
- der Feuerlöscher ist funktionstüchtig
- man weiß, wie man den Feuerlöscher bedient und verliert nicht unnötig Zeit."
- Dazu fällt selbst mir nichts mehr ein... die Liste ist unendlich
verlängerbar! Wie wäre es mit "Der Fahrer muss zwei Hände haben um den
Feuerlöscher zu bedienen"...
Zitat: "Warum fängt ein Fahrzeug Feuer?
Ursache ist fast immer ein technischer Defekt oder ein Unfall."
Falsch... Brandstiftung!
Da sind noch ein paar andere Sachen, aber ich möchte nicht auf alles eingehen.
Wer das Zeug kaufen will, bitte..., aber sagt dem Retter wenigstens, dass unter eurer Motorhaube ne Zeitbombe schlummert!
Abschließend mein Tip bei einem Fahrzeugbrand
- Unfall- oder Pannenstelle absichern (Warndreieck, Warnblinker).
- Zündung am brennenden Fahrzeug ausschalten, Zündschlüssel aber stecken lassen.
- Polizei und Rettung verständigen (Tel.: 112).
Insassen aus dem Fahrzeug retten (so lange es die Situation zulässt).
Brennende Fahrzeuge explodieren nicht. Ein Brandausbruch vom Motorraum
zur Fahrgastzelle dauert ca. 5-10 Minuten.- Erste Hilfe leisten.
Vorhandene Feuerlöscher gezielt einsetzen. Bei einem Motorenbrand, die
Motorhaubenentriegelung ziehen aber die Motorhaube nicht öffnen. Das
Löschmittel in den entstandenen Schlitz sprühen.