Zu erwähnen ist noch, dass entgegen der Ausstattung Anfang Juni als ich den Kaufvertrag unterzeichnete nun bei Übernahme kein
Reserverad mit Wagenheber im Kofferraum lag, sondern man dies gegen die Ausstattung mir Reifenreparaturset und Kompressor getauscht hatte. Eigentlich nicht korrekt, aber in Anbetracht der "kostenlosen" Anhängerkupplung wollte ich daraus keinen großen Aufriss machen, zumal mir das daraus resultierende größere Kofferraumvolumen eigentlich sehr entgegen kam.
Nun konnte es endlich los gehen, als stolzer Besitzer eines Yeti, meines "Theobald", rollte ich vom Hof zur nur wenige Kilometer entfernten Tankstelle, um voll zu tanken. Dort wartete die erste Überraschung auf mich. Die Zapfpistole ließ sich nur sehr schwer in den Tankstutzen einführen. Nein, nein, die richtige Säule mit Pkw-Diesel (nicht Bio) hatte ich schon erwischt, aber irgendwie kam ich nicht weit genug in den Tankstutzen hinein, so dass ich völlig verunsichert nur 10 Liter tankte, um bequem bis nach Hause zu kommen. Gemütlich rollte ich also mit dem leise schnurrenden Diesel die nächsten 120 km über kleine Landstraßen nach Hause, immer wieder aufs Neue fasziniert über das niedertourige Fahren und die spontane Gasannahme des Motors ohne
Turboloch. Sicher spielt es bei der Einschätzung dieser und der folgenden Dinge eine große Rolle von welchem Fahrzeug man umsteigt. Bei mir war der Vorgänger ein 15 Jahre alter BMW 316i Compakt mit Automatik, der zäh wie an einem Gummiband am Gaspedal hing und nur jenseits von 3.000 Umdrehungen einen Anflug von Temperament erahnen ließ.
Zu Hause angekommen wurde erst mal richtig voll getankt. Bei meiner Tankstelle passte auch der Tankrüssel perfekt in den Tankstutzen. An der anderen Tanke muss irgendetwas nicht ganz gepasst haben. Bei einer angezeigten Restreichweite von 145 km konnte ich ziemlich genau 47 Liter tanken. Der angezeigte Verbrauch lag bei 5,2 l/100km.
Nachdem ich mein Auto dann zu Hause beladen hatte (Rückbänke aufgrund des Gepäckvolumens hochgeklappt) ging es los Richtung München. Was kann es Schöneres geben als mit einem neuen Auto gleich eine solche Tour (ca. 620 km) zu fahren? Leider konnte ich aufgrund der fortgeschrittenen Zeit nicht einen Teil der Strecke über Land fahren, wie ich es geplant hatte, sondern ich musste auf die Autobahn ausweichen. Aber auch dort ist ein Fahren mit wechselnden Geschwindigkeiten heute ja fast schon an der Tagesordnung: Baustellen, Staus, Geschwindigkeitsbegrenzungen wegen Straßenschäden usw. Also ließ ich Theobald gemütlich rollen, erfreute mich an der geringen Geräuschentwicklung und dem bequemen Tempomaten und pendelte mich bei einem Verbrauch von 6,0 l/100km lt.
BC ein. Vom Fahrkomfort her muss ich sagen, dass der Yeti mit den 225er Reifen auf den 17 Zoll-Felgen schon etwas hart ist, über den Straßenzustand kommen jedenfalls keine Zweifel auf. Und gelegentlich kommt es auf etwas flotter gefahrenen Etappen zu dem hier im Forum mehrfach erwähnten "Stuckern". Für mich bleibt das alles aber noch in einem erträglichen Rahmen. Der Sitzkomfort ist für meine Verhältnisse (186 cm, 88kg) gut. Es dauert allerdings etwas, bis man die richtige Sitzposition gefunden hat. Lieber den Sitz etwas weiter nach vorn und die Lehne etwas steiler, dann beugt man auch dem Einschlafen des rechten Beines vor. Mir ist das jedenfalls nicht passiert.
Die Bremsen sprechen gut, fast giftig an, die Verzögerung ist wirklich enorm. Die Lenkung geht angenehm leicht und wirkt sehr präzise, erfordert jedoch in zügig gefahrenen Kurven auf kleineren Straßen eine etwas kräftigere Hand als ich es bisher gewohnt war. Das mag aber der breiten Bereifung und dem Frontantrieb geschuldet sein. Insgesamt erinnert mich das überaus gute Handling an meine beiden Alfasud aus früheren Zeiten.
Der Kraftstoffverbrauch lag nach der Autobahnetappe bei tatsächlichen 6,6 l/100km, nach Bordcomputer bei 6,0 l/100km. Beim zweiten Volltanken nach der Rückreise über BAB/Landstraße lag der tatsächliche Verbrauch bei 6,2 l/100km und angezeigten 5,4 l/100km lt.
BC. Der
BC zeigt anscheinend also 0,6 bis 0,8 l/100km zu wenig an.
Derzeit zeigt der
BC nach weiteren gut 550 gefahrenen km einen Verbrauch von 5,1 l/100km an. Diese km wurden fast ausschließlich auf Bundes- und Landstraßen gefahren, eine kleine Autobahnetappe ist dabei. Hier wurde getestet, ob mein Theobald seine angegebene Höchstgeschwindigkeit von 177 km/h erreicht. Ja, er schafft sie, aber nur mit gehörigem Anlauf, allerdings schien ein nicht unerheblicher Gegenwind über die Weiten Mecklenburg-Vorpommerns zu pfeifen und in Verbindung mit der schrankwandähnlichen Front ergibt das einen ziemlich hohen Luftwiderstand. Bei per GPS gemessenen 177 km/h habe ich es dann gut sein lassen, die momentane Verbrauchsanzeige lt.
BC stand dann auch bei 11,1 l/100km.
Ein Ölverbrauch ist bislang nicht messbar, hoffen wir dass das so bleibt.
Was gibt es nun zu bemängeln bei all den vielen guten Dingen, die dieses Auto mit sich bringt? Eigentlich nichts, zumindest nichts wesentliches. Zum einen scheint die Kunststoffbeschichtung der Türen/Armlehnen recht empfindlich zu sein. An der hinteren rechten Armlehne habe ich schon eine kleine Beschädigung in der Beschichtung, ein kleines Loch, 2mm groß, vermutlich durch ein Gepäckstück verursacht. Bei großer Hitze wird der Kunststoff unglaublich weich. Man hat das Gefühl, ihn mit dem Fingernagel aufkratzen zu können. Eine weitere kleine Beschädigung habe ich selbst verursacht. Beim kompletten Umklappen der Sitze habe ich bei dem mittleren Sitz (Kopfstütze abgenommen) nicht darauf geachtet, das man die Rücklehne durch Betätigen der Arretierung nochmals um ca. 2 cm Richtung Sitzfläche drücken kann, wo sie dann komplett einrastet. Nur so wird vermieden, dass beim Hochstellen die Oberkante der rückseitigen Hartkunststoffschale an das Rändelrad der Luftverteilungslamellen an der Jumbobox anliegt und dieses gummibeschichtete Rädchen an der Stelle verformt. So ist es mir passiert und nun klemmt das Rädchen etwas, wenn man es ganz nach oben oder unten drehen will. In der Betriebsanleitung ist das Umklappen aber eindeutig beschrieben, es handelt sich hier also um einen sog. "Handbook-Not-Read-Error" des Benutzers. Ein kleines Problem hatte ich noch beim Schließen der Heckklappe. Diese rastete nicht immer zuverlässig in der 2. Schließstufe ein. Egal ob mit viel oder wenig Schwung, mal ging's, mal nicht. Inzwischen klappt das aber immer besser und es gibt nur noch selten Fehlversuche.
So, was wäre noch zu erwähnen? Ach ja, die Radkästen im Kofferraum sind nicht mehr mit Teppich beklebt (EZ Feb. 2011). Und versichert habe ich das Fahrzeug für 313 Euro im Jahr (Haftpflicht, Vollkasko mit 150 Euro SB inkl. Teilkasko ohne SB, SF 25, Tarif ö.D). Ein recht preiswertes Vergnügen, dieser Yeti.
Tja, das soll es nun gewesen sein, ist eh' schon sehr lang geworden mein Bericht. Ich hoffe dennoch für den einen oder anderen Yeti-Interessenten etwas zur Erhellung beigetragen zu haben.
Gruß
euse (mit Theobald)